Frau im Labor
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MorphoSys Technologien

Ylanthia®-Antikörperbibliothek

Die derzeit existierenden Technologien erschweren die erfolgreiche Entwicklung von therapeutischen Antikörpern in zweierlei Hinsicht. So scheitern viele Antikörperprogramme in der späteren Entwicklung aufgrund mangelhafter biophysikalischer Eigenschaften. Wenn ein Antikörper nicht in größerem Maßstab hergestellt werden kann oder sonstige Eigenschaften seine Handhabung beeinträchtigen, sinken die Chancen einer erfolgreichen Vermarktung.

 

Zudem scheiterten frühere Technologiegenerationen daran, Antikörper gegen alle möglichen Ansatzpunkte (Epitope) krankheitsrelevanter Zielmoleküle zu liefern. Ein Mangel an struktureller Vielfalt bei der Generierung von Antikörpern führt dazu, dass nicht alle Möglichkeiten an ein aussichtsreiches Zielmolekül zu binden, ausgeschöpft werden und seine Rolle im Krankheitsverlauf unterschätzt wird.

Die Ylanthia-Technologie wurde speziell darauf ausgerichtet, diese Hürden zu überwinden. Damit geht Ylanthia einen Schritt weiter als alle anderen derzeitigen Antikörpertechnologien.

 

Ylanthia

Antikörper-Engineering und innovative Antikörperformate

MorphoSys’ HuCAL- und Ylanthia-Technologien sowie die Protein-Engineering-Fähigkeiten bilden die Grundlage für unsere bi- und multispezifische Antikörperplattformen der nächsten Generation.

 

Bispezifische Antikörper (BsAbs) sind Proteine, die so entwickelt wurden, dass sie zwei verschiedene Ziele gleichzeitig erkennen. Solche Proteine mit "Zwei-Ziel"-Funktionalität können mit mehreren Oberflächenrezeptoren oder Rezeptorliganden interferieren. BsAbs können auch Targets in unmittelbarer Nähe platzieren, entweder um die Bildung von Proteinkomplexen auf einer Zelle zu unterstützen oder um Kontakte zwischen Zellen auszulösen. Die häufigste Art von BsAbs in der Entwicklung sind so genannte T-Zell-aktivierende (TCE) bispezifische Antikörper, die die Signalgebung des CD3-Oberflächenrezeptors auf T-Zellen auslösen und außerdem an ein zweites Zielprotein auf Tumorzellen binden, wodurch zytotoxische T-Zellen gezielt aktiviert werden, um Krebszellen mit einem Antikörpermolekül abzutöten. Diese Behandlungen machen etwa 45 % der Pipeline an bispezifischen Antikörpern aus und könnten die nächste Generation neuartiger antikörperbasierter Therapien werden, die das Potenzial haben, das derzeitige Behandlungsschema in der Onkologie grundlegend zu verändern.

 

Im November 2020 gaben MorphoSys und Cherry Biolabs, ein Spin-off des Universitätsklinikums Würzburg, eine Lizenzvereinbarung bekannt, die MorphoSys die Rechte zur Nutzung der innovativen, multispezifischen Hemibody-Technologie von Cherry Biolabs für sechs exklusive Zielmoleküle einräumt. In Kombination mit unserer Antikörper-Expertise und -Technologie bietet die Hemibody-Technologie die Möglichkeit, neuartige, T-Zell-aktivierende (TCE) Medikamente mit höherer Präzision und besserem Verträglichkeitsprofil für die Behandlung von Krebspatienten zu entwickeln. Wir beabsichtigen, die Hemibody-Technologie im Rahmen unseres CyCAT® Dual-Targeting-Konzepts einzusetzen, um neuartige Hemibody-basierende Behandlungsoptionen für Patienten mit hämatologischen und soliden Krebserkrankungen zu erforschen und voranzutreiben.

 

CyCAT

Treiber für die Erforschung niedermolekularer Wirkstoffe - Modulation von epigenetischen Regulatoren

Unsere Forschung hat gezeigt, dass die selektive Umprogrammierung der Genexpression ein vielversprechender therapeutischer Ansatz ist – nicht nur um Krebszellen abzutöten, sondern auch um die Anti-Tumor-Immunität zu stärken.

Verständnis für den biologischen Kontext

Wir haben eine Reihe von Instrumenten – einschließlich einer Bibliothek chemischer Substanzen – entwickelt, die es uns ermöglichen, epigenetische Zielbiologie zu identifizieren und zu validieren. Diese Bibliothek besteht aus selektiven und wirksamen niedermolekularen Wirkstoffen, die jeweils die Aktivität eines bestimmten epigenetischen Regulators hemmen. Darüber hinaus haben wir auch Bibliotheken mit genetischen Werkzeugen aufgebaut, die uns helfen, die Funktion bestimmter Gene zu verstehen, die epigenetische Regulatoren kodieren. Mit diesen Werkzeugen können wir epigenetische Ziele identifizieren, durch deren Hemmung der Tod von Krebszellen ausgelöst wird, Tumorzellen für eine Immunantwort sensibilisiert werden und immunsuppressive Immunzellen umprogrammiert werden, um so die Anti-Tumor-Aktivität zu verstärken.

Entwicklung niedermolekularer Produktkandidaten

Unsere Erforschung niedermolekularer Wirkstoffe stützt sich auf unser umfassendes Verständnis der Klassen „writer“ (schreiben), „reader“ (lesen) und „eraser“ (entfernen) der epigenetischen Regulatoren. Wir haben mehr als zehn Jahre Erfahrung im Aufbau dieses Verständnisses gesammelt – und dieses Wissen, kombiniert mit unseren Fähigkeiten in den Bereichen Assay-Entwicklung, Biochemie, Wirkstoff-Screening, medizinische Chemie und Strukturbiologie, bietet eine starke Basis, um auch in Zukunft niedermolekulare epigenetische Inhibitoren zu entwickeln.

Small Molecule_Technologies